ARGOS - Advanced Rocketry Group of Switzerland

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25 Mar2005

Tempest

Als Basis für das "Long-Burn" Projekt wird das PML-Kit (Tempest Hybrid Ready) verwendet.

  • Durchmesser: 6.35cm
  • Höhe: 160cm
  • Gewicht: ca.2kg
  • Motor: 54/38mm
Ziel: Flug auf J90 (54/852) Flughöhe: ca.1700m !

Folgendes Bild zeigt die Bausatz-Komponenten:



Als erstes werden Rohre verglast:
  • 1 Lage 160-er und
  • 1 Lage 49-er Glasgewebe




Das originale Motorrohr (91.44cm) wurde auf 30.5 cm gekürzt:

Folgendes Bild zeigt, wie wenig Platz zwischen Motorrohr und dem Körperrohr vorhanden ist, die Zentrierhilfen für die Flossen sind nur zum ausrichten, haben also keine tragende Funktion:


Für den Motorretainer musste eine Lösung aus dem "vollen" entstehen.

vorher:

nachher:

Und nach einwenig feilen und schleifen sieht der Retainer so aus:

Ein passender Centerring musste angefertigt werden.


Hier noch einige Bilder vom drehen:


Einzelteile des Bosters:

Boster mit 54mm Motor und Retainer:

Einwenig eng !

Die Flossenwurzeln wurden mit Matthias"Normfinger"angeleimt:

Die Flossen wurden mit 2-Ton( 2K-Leim) auf das Motorrohr geleimt. Der Zwischenraum (Motorrohr/Körperrohr) wurde ausgeschäumt.

Die Leimresten werden natürlich noch entfernt.Sieht danach aus, als ob eine Schnecke über das Ende der Rakete gekrochen wäre.

Bevor der Centerring eingesetzt wird, wurde vorher Leim angebracht. Die Flächen werden immer sehr gut (80-er Schleifpapier) angeschliffen.

Fertiger Boster mit Retainer

Die Railgides wurden auf Gewindeplättchen, die auf das Körperrohr geleimt wurden (2-Ton 2K-Leim) montiert.
Diese Methode wurde schon oft angewendet und es traten bisher keine Probleme auf.

Ansicht von oben, vertieft eingeleimter Bulkhead:


Nun zur Payload-Section:

Die Bergung wird 2-stufig erfolgen (CPR-System/PML)

Verwendete Elektronik: 1x G-Wiz Deluxe 1x Blacksky Timer2N (Backup/Drogue). Die Auswurfladung (SP) wird mittels Safeject (von Jürg erhältlich) erfolgen.

In diesem Rohr befindet sich die Elektronik. Es dient gleichzeitig zum befestigen am Payloadrohr, mittels 6 M4 Einschlagmuttern, die jeweils 120°verteilt sind.

2.Bild Payloadrohr mit montierter Elektronik


Die mitgelieferte Spitze ist eine Intelli-Cones, sie wurde konzipiert um eine Elektronik oder ähnliches zu transportieren.

Geplant ist ein Sender, um die Rakete besser zu orten.

 


Folgende Bilder zeigen das lackieren der Rakete.

Als erstes wurde mit 2-K Füllprimer Grundiert (keine Bilder vorhanden)

Danach schleift man, bis sich Schweisstropfen auf der Stirn bilden.

Gelb habe ich mir gedacht soll auf die Rakete, so soll es sein.

Auf dem 1.Bild ist eine Bohrung am hinteren Ende des Bosters zu erkennen, sie dient zum befestigen des Retainers.

Auf diesem Bild sind 2 Bohrungen zu erkennen. Die Bohrung am Ende ist für die Shear Pin`s http://www.argoshpr.ch/KnowHow/Recovery_d.htm

Die zweite als Druckausgleich (verhindert vorzeitige trennung der Spitze) bzw. Hauptschirm am Gipfelpunkt.

Bevor die 2.Farbe lackiert werden kann muss abgedeckt werden.


Als zweite Farbe habe ich orange-rotlackiert.

Nachdem das Abdeckband entfernt war kam folgendes zum Vorschein.

Fertige Rakete vor dem Klarlacken.

Die Rakete ist jetzt fertig lackiert.


Hier noch einige Bilder vom Bergungssystem (Fallschirme/Piston/Leinen)

Nahaufnahme Elektronk-Bay (Schlaufen selber genäht):


Motorisierung I-161: Erreichte Höhe gemäss G-Wiz Deluxe: 598m (gerechnet 613m). Bergung 2-Stufig war erfolgreich !


Ich muss noch einen Nachtrag zu dem Baubericht bemerken.
Der Erstflug ist zwar schon eine weile her und hat wie beschrieben gut funktioniert.
Leider habe ich nach dem Flug einen Schaden am Payload-Rohr festgestellt.
Es war sehr schwer festzustellen woher er war. Es sah so aus als ob von innen her etwas gegen die Innenwand geschlagen hat.
So war es auch wenn man den Baubericht durchschaut wird man ein Bild der El.-Bay inkl. Leinen und Befestigungsschäkel finden.
Hier lag das Problem:
Der Schäkel der auf dem Piston liegt ( und Piston und Spitze verbindet ) wurde durch beschleunigen des Pistons beim Ausstoss gegen die Innenwand geschlagen (vermutlich schraubbarer Teil des Schäkels).
Da ich die Rakete am folgenden Mini ALRS im kommenden März fliegen möchte (werde) Laughing wie geplannt auf einem AT J90 musste ich sie erst reparieren.
Folgende Frage die sich für mich stellte waren:
Payload-Rohr komplett neu bauen oder reparatur des defekten Rohres.
Nach einigen Diskussionen und Kaffe`s im Bastelkeller in Schlieren habe ich mich entschlossen das Rohr zu reparieren.
Leider habe ich keine Bilder der Reparatur gemacht.
Die defekte Stelle habe ich mit dem Dremel frei gemacht. Anschliessend habe ich 2K 2-Ton Epoxy eingeschwemmt und über Nacht trocknen lassen.
Danach folgten 2 Schichten Glas, das Finish wurde alles wie im Baubericht beschrieben neu gemacht.

19 Sep2004

Ariane 4 - Launch 2004 - ALRS

Ariane 4 Start by Swiss "Ariane 4 Team"

Die Ariane 4 ist am Sonntag, dem 19. Sept 2004 um 12.15 Uhr in der Schweiz erfolgreich geflogen !

Die Ariane 4 wurde im Masstab 1:13 (Modellgrösse ca. 4.5 Meter !) in der Konfiguration AR 44 LP (2 Flüssig- und 2 Feststoff-Booster) gebaut. Die ARIANE 4 (Ein "M"-Motor) hat vier Strap-On-Boosters, die im Flug nach Brennschluss der "J"-"K" Motoren abgeworfen werden.

Ariane4_On_Board_Flug (MPG, 12 Mb !) by Jürg
Ariane4_On_Board_Video (MP4, 15 Mb !) by Jürg

Ariane 4 Launch Movie 1 (AVI, 21 Mb !) by Andrea
Ariane 4 Launch Movie 1a (DivX 5.11, 3.2 Mb !) by Andrea
Ariane 4 Launch Movie 1b (MPEG4 V3, 3.3 Mb !) by Andrea

Ariane 4 Launch Movie 2 (MPG2, 3 Mb !) by Andreas
Ariane 4 Launch Movie 3 (MPG2, 22 Mb !) by Jose Cortijos


Gallery 1 by Dany Flury (Sa.)
Gallery 2 by Dany Flury (So, Flug Ariane 4)
Gallery 3 by Pegi (Sa.)
Gallery 4 by Pegi (Sa. Abend)
Gallery 5 by Pegi (So., Flug Ariane 4)

Gallery 6 by Thomas Danner
Gallery 7 by Gregory Pribush
Gallery 8 by Marxi
Gallery 9 by RomanS
Gallery 10 by Luki Müller


 

Gallery 11 by Oliver Weissbeck
Gallery 12 by Guido
Gallery 13 by Olivier Timper
Gallery 14 by Stefano Figoni
Gallery 15 by Martin
Gallery 16 by Dirk Gadow
Gallery 17 by Tom Stach (Ariane 4)
Gallery 18 by Tom Stach (Evelyn Level I)
Gallery 19 by Tom Stach (Launches)
Gallery 20 by Tom Stach (Platz & Leute)
Gallery 21 by Ralf Sager

 

 

Movie Gallery by Andreas Kamber (13 MPG Movie's)


Ariane4_Logo_Team.jpg (61310 bytes)Weitere Informationen:

  • Projektseite der Ariane4 mit dem kompletten Baubericht und alle Bildern !

  • Erste Vorstellung am LDRS 20 (2001), noch kein Flug, hier ist der Bericht und die Bilder !

  • Erfolgreicher Erstflug der Ariane 4 am LDRS 21 (2002) in Amarillo, TX ! Siehe auch den LDRS 21 Spezial Bericht !
01 Nov2002

Small Mosquito 4"

Die SmallMosquito ist eine Eigenkonstruktion. Ziel ist es die Original Estes Mosquito zu vergrössern (Upscale 7x) und eine neue Finnenbefestigung zu erproben.

Die technischen Daten:

  • Länge 75cm
  • Durchmesser 4.0"
  • Startgewicht ca. 1.2 kg
  • MotorMount 38mm
  • Motoren G - H

PB270055.JPG (49136 bytes)

Einzelteile

  • Finnen selbergemacht in Sandwichbauweise
  • Airframe Tube 4" von PML mit GFK verstärkt
  • Nosecone von Hawk Mountain Enterprises
  • Motomount 38mm von PML
  • 3x 6mm Zentrierringe aus Sperrholz
  • Recorvery: RDAS Altimeter
  • Safe-Eject von SpaceTec
  • R7 Fallschirm von RocketMan

 

 


Bau:

Idee: die Finnen sollen nicht fix verklebt, sondern schraubbar befestigt werden. Das Airframe dient nur als aerodynamische Hülle und braucht nur die Spitze zu tragen !

Zuerst werden 3 Leisten (Balsa und Sperrholz) stumpf aufeinander geklebt und mit 2 Lagen 160gr / m2 Glasgewebe eingepackt.

Die Schichtfolge ist hier: Balsaholz, Laminierharz, Glasgewebe (45 Grad versetzt), Abreissgewebe, blaue Trennfolie. Nur durch Pressen (ohne Vakuum) hab ich hier das überschüssige Harz im Abreissgewebe aufgefangen.

P9060013.JPG (66085 bytes)

Durch den zuvor erstellten Plan ist die Dimensionierung der Einzelteile ein Kinderspiel.

Nach dem Aushärten des Laminierharzes (siehe auch Material-Seite) sind die Finnen wieder durchsichtig geworden.

Eigentlich benötigt die Mosquito nur 3 Finnen, die vierte ist hier als Ersatz gedacht.

P9060053.JPG (39165 bytes)

Als nächstes benötige ich 3 Zentrier-Spanten aus 6mm dicken Sperrholz. Diese säge ich Aussen und Innen mit der Proxxon Dekupiersäge.

Obwohl mit der Säge nicht ganz genau runde Ausschnitte gelingen wollen, kann man diese doch mit der Schleifscheibe in der Bohrmaschine (siehe auch 3 Bilder weiter unten) eingespannt genau rund bringen.

P9100016.JPG (71518 bytes)

Nun kann schon mal ein probeweises Zusammenstecken erfolgen.

Die Gewindestangen werden den Zug vom Fallschirmanker übernehmen und ergeben insgesamt eine Versteifung und Festigung des ganzen Motormounts samt Elektronik-Bay.

P9100022.JPG (22292 bytes)

Für den nächsten Schritt habe ich mir Hilfe an Land gezogen. Riccardo hat für mich die Grundierung mit dem Spritzfüller übernommen. Vielen Dank !

P9100035.JPG (41596 bytes)

Nach dem ersten (ja, ja, es werden noch etliche Durchgänge folgen) Schleifen habe ich die Kanten des noch offenen Balsaholzes mit einem Streifen Karton und Laminierharz geschlossen.

Hier erfolgt der genaue Schliff der Rundung.

P9110008.JPG (58700 bytes)

Nach noch ein paar weiteren Durchgängen (Grundieren und Schleifen) liegen die Finnen nun fertig für den Einbau vor.

P9110050.JPG (28050 bytes)


Motor-Retention:

Die Motorhalterung von AeroPack ist ein herrlich einfach zu handhabendes System und ermöglicht durch den Schraubverschluss ein schnelles Wechseln der Motoren.

Der Retainer wird mit 20 Min. Epoxy verklebt.

P9170008.JPG (25389 bytes)


Finnen Befestigung

Die beiden untersten Zentrierringe nehmen die fixen Finnenhalterungen auf. Diese Halterungen werden für eine bessere Fixierung mit den Zentrierringen verzapft.

Um den genauen Ort der Aussparrungen markieren zu können, habe ich mir zuerst eine Schablone gezeichnet.

P9180004.JPG (33654 bytes)

Der fertige Motormount mit den Zentrierringen und verspannt mit den Gewindestangen ergibt eine stabile Plattform für die Finnenverankerung (unten) und die Elektronik-Bay (oben).

P9180074.JPG (39963 bytes)

In der Elektronik-Bay habe ich Platz für einen Altimeter (hier RDAS) und die das Batteriefach.

Auf der hinteren Seite ist noch ein Safe-Eject für die Ausstossladung untergebracht. Diese Ladung wird mit dem Drogue-Anschluss des RDAS verbunden und stösst den Fallschirm am höchsten Punkt (Apogee) der Flugbahn aus.

PB270022.JPG (70651 bytes)

Mit einem Sperrholzbrettchen als grossflächige Unterlagsscheibe und 3x M3 Innensechskant Imbuss-Schrauben werden die Finnen befestigt.

Obwohl das Verhältnis von eingeklemmter Finne zu eigentlichen Finnenlänge mit 28mm zu 35 cm doch gross ist, ergibt sich eine flatterfreie Halterung.

Die eingeklebten Einschlagsmuttern werden für die Verschraubung mit dem Airframe und als Railguide Aufnahmepunkte benötigt.

PB270044.JPG (41275 bytes)


Recovery:

Das Tubular Nylon (ummantelt mit dem gelben Nomex-Shield) und das ummantelte Gummiseil verbindet das Heckteil mit der Spitze und dem Fallschirm.

Das Nomex erhalte ich von einem Heissluftballon-Hersteller. Dieses schwer entflammbare Gewebe bildet das so genannte "Flammtuch" (unterste Sektion der Hülle) bei jedem Heissluftballon.

Noch kein Bild


Finish:

Mit einem Primer wird die Oberfläche vorbehandelt.

Nach nur einer Viertelstunde Wartezeit erfolgt die Nass-in-Nass Endlackierung mit gelbem 2K-Autolack (siehe auch Material-Seite)

P9210005.JPG (27657 bytes)


Links / Author:

  • AeroPack

  • Hawk Mountain Enterprises

  • PML

  • SpaceTec

  • RocketMan

Dany Flury / Nov. 2002

01 Sep2002

BullPuppy 3"

Die BullPuppy ist ein Bausatz von Public-Missiles.

Die technischen Daten:

  • Länge 39" = 100cm
  • Durchmesser 3.0"
  • Gewicht ca. 1.2 kg
  • MotorMount 38mm
  • Motoren G - H

Bausatz:

Auf dem Foto sind folgende Teile zu erkennen:

  • Quantum Tube Airframe 3"
  • Plastik TailCone & Spitze
  • 38mm MotorTube
  • Kuppler 3"
  • Piston mit D-Ring
  • Centerrings
  • Tubular Nylon Shock Cord
  • 0.125" G-10 Fins (nicht auf dem Bild)

Von mir noch weiter hinzugefügte Einzelteile:

  • AeroPack Motor Retainer 38mm
  • BlackSky kompatible weisse (!) RailGuides
  • Fallschirmverankerung
  • M3 Gewindestangen

Im untenstehenden Bild sind die Kleinteile noch etwas grösser dargestellt.


Bau:

Um die Fallschirmverankerung und die Motorausstoss-Kühlung kontrollieren und auswechseln zu können, habe ich das Airframe schraubbar angefertigt und nicht fix verklebt !

Zuerst wird mit einem 3" Kupplungsstück eine Verlängerung gebaut. Die Gewindestangen übernehmen den Zug vom Fallschirmanker. Die eingeklebten Einschlagmuttern werden für die Verschraubung mit dem Airframe benötigt.

Nun wird der AeroPack Motor Retainer in den TailCone mit 20 Min. Epoxy verklebt, vorher wurde die Plastik-Innenseite mit 80er-Schmirgelpapier gut aufgeraut.

Die kleinen Leisten auf dem Motorrohr verhindern ein Wegfliessen des Epoxy-Harzes, wenn er durch die Finn-Slots eingefüllt wird.

Das Motorrohr wird zuerst nur am Heck mit dem Motor-Retainer eingeklebt, das andere Ende bleibt noch frei. Ein loser Centerring hilft hier bei der genauen Ausrichtung

Danach werden die Finnen durch die ausgefrästen Slots auf das Motorrohr geklebt. Zusätzliche Fillets an der TailCone Innen- und auch Aussenseite ergeben 6 Klebelinien pro Finne !

Der Kuppler wird nun mit dem Motorrohr und dem TailCone mit 20 Min. Epoxy verklebt.

Die Hutmuttern bilden einen sauberen Abschluss der Gewindestangen.

Dieses so gefertigte Heckteil ist für die Wartung durch die Verschraubung jederzeit zugänglich.


Motor-Retention:

Die Motorhalterung von AeroPack ist ein perfekter Abschluss des Tailcone mit passendem Durchmesser und ermöglicht durch den Schraubverschluss ein schnelles Wechseln der Motoren.


Epoxy-Fillets:

Alle Finnen werden mit Epoxy-Fillets auf der Aussenseite aerodynamisch an das Motorrohr angepasst.

Weitere Bilder auf der extra Finish-Page.


Finish:

Mit einem Primer wird jetzt nochmals die Oberfläche vorbehandelt. Nach nur einer Viertelstunde Wartezeit erfolgt die Nass-in-Nass Endlackierung mit weissem 2K-Autolack.

Fertig ! Das Tubular Nylon wird noch mit einem gelben Nomex-Shield ummantelt und verbindet das Heckteil mit dem Piston.

Das Nomex erhalte ich von einem Heissluftballon-Hersteller. Dieses schwer entflammbare Gewebe bildet das so genannte "Flammtuch" (unterste Sektion der Hülle) bei jedem Heissluftballon.


Recovery:

Der Piston, verbunden mit dem Heckteil, schiebt den Fallschirm zuverlässig aus dem Airframe.

Vom abgebildeten D-Ring führt eine nylonummanteltes Gummiseil zum Fallschirm und der Spitze.

Hier hab ich dem Heckteil noch einen Motorausstossladungs-Kühler spendiert.

Das Stahlgeflecht, dass die heissen Schwarzpulver-Partikel auffangen soll, ist in der Migros als Pfannenreiniger zu erhalten.


Flugbilder:

Die BullPuppy ist am 2. SMRT erfolgreich auf einem H 123 Motor geflogen ! Yeah !


Links:

  • Public-Missiles

  • AeroPack

Dany Flury / Sept. 2002

01 Sep2002

Bat Raketengleiter

Ein neuer Anlauf: Raketengleiter

Vorgeschichte

Seit meinem 8. Lebensjahr baue ich Modellflugzeuge, seit meinem 10. sind sie ferngesteuert. Gleichzeitig begann ich mit dem Bau von Modellraketen. Mit der Zeit verlagerte ich mich immer mehr auf die ferngesteuerten Modelle, die Raketen liess ich mehr oder weniger liegen. Dies änderte sich, als ich wieder einmal einen Kurs in der Schule anbot. Ich suchte im Internet nach Modellraketen und stiess auf jede Menge Seiten zum Thema - allen voran auf die der ARGOS, als Folge auch auf die von Aerotech. Als Modellflieger fühlte ich mich natürlich vor allem durch den Raketengleiter Phoenix angesprochen. Der Kontakt mit Spacetec war schnell hergestellt, und nach einer Woche waren alle bestellten Teile bei mir:

  • Der Phoenix inkl. dem RMS-RC 32mm-Motor

  • Das Starter-Set mit einer Initiator und der Mantis-Rampe

  • Einem RMS-Motorenset (18/24/29mm) und natürlich zugehörige Reloads

Weil es schneller ging, baute ich zuerst die Initiator und liess sie fliegen. Ein paar Wochen später war ich Mitglied bei der ARGOS, am ALRS I dabei ...

Der Phoenix brauchte etwas länger, bis er in die Luft ging; ich baue eben etwas langsam. Dazu kommt, dass der Bausatz alles Andere als dem heutigen Stand im Modellbau aufgebaut ist:

  • Die Styroporkerne der Tragflächen sind noch nicht beplankt

  • Das Beplankungsmaterial kommt in schmalen Streifen, die zuerst verklebt werden müssen

  • Die Styroporkerne sind auf Profil geschnitten aber nicht auf Tragflächenform beschnitten (Pfeilfügel)

  • Das Holz für den Rumpf ist (war zumindest in meinem Bausatz) von untauglicher Qualität (viel zu schwer)

Fazit: das Modell wurde statt der angekündigten 500-550g ein ganzes Kilo schwer! Der Hauptteil des Übergewichtes ging dabei auf das Konto der 250g Bleiballast (!), den ich zum Ausgleich des wegen der schlechten Holzqualität (siehe oben) viel zu schweren Hecks brauchte (50g). Etwa 100g gingen auf meine Kappe, da ich den Flügel beim Beplanken komplett mit Glasgewebe verstärkt hatte, statt nur die Streifen zu verwenden, die vorgesehen waren. Wo die verbleibenden 100g herkommen sollen, ist mir ein Rätsel; wahrscheinlich war auch das restliche Holz eher schwer.

Die Flugleistungen mit den vorgesehenen Treibsätzen waren - gelinde gesagt - dürftig. Das Modell kam kaum von der Rampe. Nur mit dem F23 war das Fliegen verantwortbar.

Zu sagen bleibt, dass der Phoenix flugdynamisch betrachtet eine geniale Konstruktion ist: er hat einen enormen Geschwindigkeitsbereich, der mit nur geringen Trimmkorrekturen stabil eingestellt werden kann. Die Schubachse des Motors verläuft sehr genau durch den Massemittelpunkt, so dass der Schubverlauf des Treibsatzes keinen Einfluss auf die Flugbahn hat (indifferente Trimmung vorausgesetzt). Deshalb werde ich wahrscheinlich wieder einen bauen - allerdings nicht aus einem Bausatz, sondern auf Basis des Plans, den ich noch habe.

Da ich keine Lust hatte, mein nächstes Modell von Anfang an selbst zu schnitzen, entschloss ich mich zu einem anderen Weg.


Bat

Der "Bat" ist ein Segler der HLG-Kategorie (Hand Launch Glider). Diese Kategorie (F3K) hat folgende technischen Bedingungen: Spannweite max. 1500mm, max. 2 Servos, Start durch Schleuderstart aus der Hand. Daraus hat sich eine ganz neue Modellkategorie entwickelt (neue Erkenntnisse über Aerodynamik im niedrigen Re-Zahl-Bereich, daraus folgend neue Profile), die auch für Modelle verwendet werden, die an sich nicht der Beschreibung der Kategorie entsprechen: Leichtsegler mit bis 2m Spannweite, Kleinsegler mit und ohne Querruder mit Optimierung auf Thermikflug in niedrigster Höhe (Kreisen über einem Bratwurstgrill - kein Scherz!) oder Kunstflug. Dabei haben vor allem die Kunstflugmodelle und HLGs für stärkeren Wind auch die Fähigkeit, einen Bungee-Start zu überstehen. Dabei wird ein Gummischlauch verwendet, der die Modelle auf einer Strecke von 30-40m auf Geschwindigkeiten von ca. 30-50m/s beschleunigt.

So ein Modell hält natürlich auch einen Raketenstart aus. Ausserdem haben die Modelle Massen zwischen 300 und 500g - also ideal für die 32mm-Motoren.

Unter den vielen Modellen im Angebot habe ich mich für das Modell „Bat-Glider“ entschieden. Das Modell wird von der tschechischen Firma Heinrich produziert und in der Schweiz von HOPE-Modellbau vertrieben. Es ist in Voll-GfK-Bauweise erstellt und mit einem V-Leitwerk versehen. Erhältlich sind zwei Versionen, die sich zu vier verschiedenen Modellen kombinieren lassen: Flügel mit Thermikprofil ohne Querruder, Flügel mit Universalprofil (RG15) mit Querruder; Rumpf in Segler- oder Elektroversion. Beide Versionen haben eine Spannweite von 1350mm, was ziemlich genau dem des Phoenix entspricht.

Tauglich für den Einsatz als Raketengleiter ist dabei vor allem die Seglerversion mit Querruder. Wie bei den Modellen von Heinrich üblich, sind Flügel und Leitwerk fertig gebaut. Der Rumpf besteht aus der vorderen Rumpfkeule mit Abzugschnauze und einem konischen Kohlerohr. Im Normalfall braucht man als Modellbauer nur die Teile zusammenzusetzen, die Fernsteuerung einzubauen und dann zu fliegen. Das dauert etwa 5 bis 10 Stunden. Anschliessend hat man ein Modell, das hervorragend zum Hangfliegen oder auch zum Thermiksegeln vom Bungee geeignet ist - aber auch für alle möglichen Kunstflugeinlagen. Dabei ist es in der Luft praktisch „unkaputtbar“. Beachtet werden muss dabei, dass für die Querruder unbedingt Servos mit einem stabilen Getriebe (vorzugsweise Metallgetriebe) eingesetzt werden sollten; sonst müssen die Getriebe nach jeder härteren Landung ersetzt werden (habe ich schon erwähnt, dass wir verschiedene Exemplare des Modells seit Jahren im Einsatz haben und damit oft in den Alpen fliegen?).

Nebenbei sei mir noch eine Anmerkung zu den Preisen erlaubt:

  • Aerotech "Phoenix" inkl. 32mm RMS-RC-Gehäuse: CHF 358.-
    Anmerkung: grosser Aufwand zur Fertigstellung, Qualität zweifelhaft

  • Heinrich "Bat", muss noch umgebaut werden: CHF 340.- + CHF 105.- für das 32mm RMS-RC-Gehäuse
    Anmerkung: Voll-GfK, fast fertig, hohe Festigkeit, hohe Qualität (Ausnahme: Profilgenauigkeit im Nasenbereich)

Umbau zum Raketengleiter

Nach der Entscheidung für das Modell musste ich entscheiden, wie der Umbau genau geschehen sollte. Dabei war von vornherein klar, dass ich keine optimale Lage der Schubachse erreichen konnte. Dies ist bei einem Modell in Hochdeckerauslegung mit Normalrumpf schlicht unmöglich; deshalb ist der „Phoenix“ ja auch als Tiefdecker ausgelegt. Es ging also darum, den Motor unter folgenden Rahmenbedingungen einzubauen:

  1. Motor möglichst nahe hinter dem Schwerpunkt (davor ist kaum möglich)

  2. Schubachse möglichst nahe am Schwerpunkt verlaufend

  3. Schubvektor zeigt nach vorne oben (Düse ist also nach hinten unten gerichtet)

  4. Rumpf darf durch die Montage der Motorhülse nicht geschwächt werden

Zu 1.

Wie die meisten anderen Flugmodelle auch ist der Bat latent schwanzlastig, Der Motoreneinbau hinter dem Schwerpunkt verstärkt diese Tendenz, auch wenn er ansonsten sinnvoll ist.

Aus flugdynamischen Gründen ist es sinnvoll, dass der Schwerpunkt in der Startphase weiter hinten liegt als in der stabilen Flugphase. Begründung: Eine starke Vorlage des Schwerpunktes wird mit einer grossen EWD kombiniert, um eine hohe Längsstabilität zu erreichen. Eine hohe Längsstabilität bedeutet, dass ein Flugzeug auf die Nase geht, wenn es langsam wird, und sich aufrichtet, wenn es zu schnell wird. Dies ist im Grundsatz erwünscht, hat aber Nebenwirkungen:

  • Leistungsverlust: Durch die Schwerpunktsvorlage muss das Leitwerk dauernd Abtrieb erzeugen, um ein Momentengleichgewicht zu erzeugen. Auf- bzw. Abtrieb lässt sich nur mit Widerstand erkaufen.

  • In Falle eines Modells mit grossem Geschwindigkeitsbereich (wie in meinem Falle): Wenn das Modell für Gleitflug mit bestem Gleitwinkel bzw. geringstem Sinken eingestellt ist, muss es für den schnellen Raketenflug massiv umgetrimmt werden, damit es sich nicht aufbäumt. Je näher der Schwerpunkt am Neutralpunkt liegt, desto kleiner wird die EWD für einen stabilen Gleitflug. Deshalb muss für eine andere Grundgeschwindigkeit wenig umgetrimmt werden. Nachteil: die Flugstabilität ist gering

Zu 2.

Modelle in Hochdeckerauslegung haben einen hoch liegenden Masseschwerpunkt. Wenn nun der Raketenmotor einfach parallel zur Rumpfachse unten an den Rumpf geschnallt wird, bedeutet dies in diesem Falle, dass der Schubvektor um ca. 30mm unterhalb des Massemittelpunktes verläuft. Folge: ein stark aufrichtendes Moment auf das Modell. Kombiniert mit der hohen Geschwindigkeit in der Endphase des Steigfluges (siehe 1.) würde dies zu einigen Loopings führen - was ich als gesteuerte Kunstflugfigur gerne vorführe, aber nicht unbedingt als Standardverfahren beim Start erachte.

Dazu kommt, dass die beiden aufrichtenden Momente (Geschwindigkeit / Schub) nicht parallel verlaufen: Der Motor hat am Anfang einen sehr hohen Schub, das Modell noch eine sehr niedrige Geschwindigkeit; in der mittleren Phase nimmt die Geschwindigkeit weiter zu, der Schub bleibt konstant. Am Schluss ist die Geschwindigkeit sehr hoch, der Schub gleich null - so gesehen passt nichts zusammen und wird extrem mühsam zu korrigieren. Deshalb müssen all diese Einflüsse möglichst jeder für sich eliminiert werden.

Einzige mögliche Lösung ist, dass der Motor schief eingebaut wird (kennt man von Clustern!). Wenn er weiter hinter dem Schwerpunkt liegt, braucht der Motor einen geringeren Winkel zur Rumpfachse, um den Abstand zwischen Schubvektor und Schwerpunkt gering zu halten.

Zu 3.

Die aus Punkt 2 benötigte „Schieflage“ lässt zwei Varianten zu: unter dem Rumpf nach schräg unten gerichtet oder über dem Rumpf nach schräg oben gerichtet.

Die Version mit dem Motor oberhalb des Rumpfes schied aus zwei Gründen aus:

  • der Schubvektor zeigt nach schräg unten - und das widerspricht dem Ansinnen des Modells: nach oben!

  • der Abgasstrahl verläuft in diesem Falle recht nahe am Leitwerk. Zumindest auf Dauer möchte ich dies den GfK-Teilen nicht zumuten.

Zu 4.

Das Problem in diesem Falle ist weniger die Biegesteifigkeit sondern die Torsionssteifigkeit. Der Rumpf ist als torsionssteifes Rohr ausgelegt, das serienmässig unter dem Flügel verstärkt ist, um eine Öffnung für die Kabeldurchführung ausfräsen zu können. Eine weiter Öffnung ist nicht vorgesehen und würde den Rumpf massiv schwächen. Selbstverständlich ist es kein Problem, die Stelle um die Öffnung so zu verstärken, dass die Stabilität gewährleistet ist. Aber das kostet Gewicht. Also: Öffnung möglichst klein halten. Dies wiederum bedeutet, dass der Schnitt der beiden Körper möglichst genau getroffen werden muss. Nur: Der Rumpf ist ein nicht genauer definierter Rotationskörper (annähernd runder Querschnitt), der einem Ellipsoid oder allenfalls einer Ogive gleicht. Einen Schnitt mit einem Zylinder unter einem Winkel von ca. 20° zu zeichnen - na danke!

Also Trial and error. Glück gehabt: viel Trial, wenig error. Der Weg: grob anzeichnen, viel kleiner ausfräsen, dann schleifen, schleifen, schleifen ...

Nach dem Einpassen der Motorhalterung kamen die Verstärkungen in Form von Rowings in den Hohlkehlen und Glasgewebe in den Übergangsbereichen dazu. Dann wieder schleifen, spachteln, schleifen.

Danach sah es so aus:

Gespritzt habe ich mit einer hitzefesten Farbe, obwohl das an sich nicht einmal nötig wäre. Die Hitze hält sich im Rahmen; allerdings bin ich nicht sicher, ob die GfK-Motorhalterung auf Dauer durchhält. Besser wäre mit Sicherheit ein Kartonrohr wie beim Phoenix.


Bau der Tragflächen

Die Ausrüstung der Tragflächen unterscheidet sich nicht vom Bau des „normalen“ Modells. Folgende Arbeiten sind zu erledigen:

1. Einbau der Servos

  • Öffnungen für Servos fräsen (angezeichnet)

  • Kabel einziehen und verlöten; vorzugsweise auf Rumpfseite mit einem gemeinsamen Stecker.
  • Servos anlöten und in Öffnungen einkleben (unbedingt Fernsteuerung programmieren und in Servohebel aufschrauben, wenn Servos in Neutralstellung stehen - ca. 15° zur Nasenleiste gerichtet)

2. Spaltabdeckung

  • Spaltbereich grosszügig mit Talkpuder bestreuen

  • den Puder auf der Querruderseite mit einem feuchten Lappen abwischen

  • Klebestreifen (am besten die kristallklaren aus der Migros - die halten am längsten durch!) so über den Spalt kleben, dass auf der Flügelseite innen ca. 7mm über stehen, aussen ca. 5mm (bei weniger rutscht das Band bei vollem Ausschlag nach oben heraus, weniger stehen bei vollem Ausschlag nach unten an).
  • mit einem Papier den Puder auf der überstehenden Klebeseite des Klebebandes verteilen; den Rest wegwischen
  • Das Querruder ganz nach oben drücken und das Klebeband unter die Beplankung führen
  • Einen Schlitz für das Ruderhorn fräsen (siehe Bild; ich bevorzuge GfK-Ruderhörner)
  • Rudergestänge ablängen und einsetzen - spätestens jetzt alle möglichen Kombinationen von Ausschlägen durchtesten!
  • Die Abdeckung einpassen und einfach mit Klebeband fixieren.

Endarbeiten und Tests

Provisorisch montierte ich einen Hochstarthaken und startete meinen Bat QR vom Gummiseil. Alles verlief wie erwartet: Start wie auf Schienen, Flug problemlos. Ich testete die Gleitflugkonfiguration mit allen Standardtests (45°-Sturz, Abfangkurve beobachten; passen Reaktionen auf die Ruder zu meinem Flugstil? Wie verhält sich das Modell mit hoch gestellten Querrudern?).

Danach folgten Tests im Schnellflug; dabei verschob ich den Schwerpunkt für beide Konfigurationen so weit nach hinten, wie ich es gerade noch verantworten konnte (siehe oben). Besonderes Augenmerk richtete ich auf das Verhalten in indifferenter Trimmung (kein Abfangen aus dem Sturzflug - egal welcher Winkel).

Alle Testflüge machte ich natürlich mit eingesetztem Motor, aber ohne Reload. Die Masseverteilung entsprach damit der, wie sie nach Brennschluss anzutreffen ist.

Zu beachten war dabei immer, dass ich meine Steuerung den Ergebnissen entsprechend zu programmieren hatte. Um möglichst wenig Arbeit mit dem Programmieren zu haben und damit auch möglichst viele Fehler zu vermeiden, erflog ich alle Werte, die für alle Konfigurationen Gültigkeit haben, zuerst in der Gleitflugkonfiguration und kopierte sie dann in die anderen Flugzustände. Dann erflog ich die differierenden Werte für die einzelnen Flugzustände. Hört sich komplizierter an, als es ist - eine Sache der Planung. Kompliziert wird es allerdings, wenn ich während eines Fluges einen Wert korrigiere und im Nachhinein überlegen muss, in welcher Phase ich korrigiert habe und wo ich was in die Grundprogrammierung übernehme ... Zum Glück lässt meine Steuerung (Multiplex mc 4000) da sehr komplexe Verknüpfungen zu, wo ich selbst festlegen kann, welche Werte wo gelten und übernommen werden sollen.

Im Moment habe ich folgende Flugzustände programmiert:

  • Gleitflug: Normalprogramm

  • Kunstflug: gegenüber Gleitflug keine Querruderdifferenzierung und erhöhter Höhenruderausschlag, zusätzlich Schnellflugtrimmung als Grundwert.

  • Start: starker Tiefenruderausschlag zur Kompensation des aufrichtenden Momentes durch den Schub; ausserdem reduzierte Ausschläge auf Höhen- und Querruder inkl. Expofunktion (ca. 30%); und - aus Sicherheitsgründen - deaktivierte Spoilerfunktion auf den Querrudern.

  • Den Übergang von „Start“ auf die anderen beiden Flugfunktionen habe ich auf einen leicht erreichbaren Knüppeltaster gelegt, damit ich beim Schnellflug die Hände nicht von den Knüppeln nehmen muss und mit 5s Delay programmiert, damit keine plötzlichen Lageänderungen auftreten. Die anderen beiden Flugzustände kann ich über einen leicht erreichbaren Kippschalter umschalten.

Ziel der ganzen „Programmiererei“: während des Fluges möglichst wenig mit unberechenbaren Zuständen zu tun zu haben. Ich muss mich darauf verlassen können, dass ich immer weiss, wie sich das Modell verhält. Andere unberechenbare Faktoren gibt es noch genug, wie ich schon vor dem ersten Raketenflug zurecht vermutete!


Raketenstarts

Um es kurz zu machen: fast alles verlief wie erwartet!

Wie erwartet bäumt sich der Bat beim Start stark auf, was aber leicht von Hand zu korrigieren ist. Wie erwartet lässt sich der Starttrimm im konstanten Steigflug leicht nachkorrigieren und konnte nach drei Starts definitiv belassen werden. Und wie erwartet ist die Startbeschleunigung bei den 650g Startmasse sehr viel besser als beim 60% schwereren Phoenix.

Nicht erwartet hatte ich allerdings ein merkwürdiges Flugverhalten, das wir von diesem Modell sonst nicht kennen: ein dauerndes leichtes Pendeln um die Hochachse (also eine Gierschwingung) sowie ein etwas „schwammiges“ Verhalten auf die Steuerung um alle Achsen im Kurvenflug. Darauf folgten erneute Testflüge vom Hochstart - geändert habe ich die Schwerpunktslage (kein Erfolg), die Lage des Empfängers (er lag vorher direkt vor dem Motor - war es ihm da wohl zu heiss?), die Lage der Antenne (zuerst im Flügel, neu eine Stabantenne) - keine merkliche Verbesserung. Schliesslich einigten wir uns, dass wahrscheinlich Verwirbelungen vom hinteren Ende des Motors auf das Leitwerk trafen und seine Wirkung reduzierten. Um die Ablösung grosser Wirbel zu verringern, verpasste ich dem Modell einen Zackenturbulator rund um den Rumpf (sichtbar auf dem Foto mit dem Piloten - das Band um den Rumpf kurz vor dem Flügel). Ziel: durch den Turbulator werden kleine Wirbel im Rumpfbereich ausgelöst (das ist sicher), die die Entstehung grosser Ablösungen verhindern sollen (in diesem Falle eher unsicher, da die Strecke zwischen den beiden „Wirbelerzeugern“ recht gross ist und die Strömung um einen Rumpf eher unberechenbar ist!).

Fazit: Schliesslich haben die Massnahmen das Flugverhalten merklich verbessert; allerdings weiss ich nicht genau, welche schliesslich entscheidend war. Das Problem ist, dass die Einstellarbeiten an einem Modell viele Starts und Flüge erfordern (ich rechne bei jedem Modell mit zehn bis zwanzig Flügen). Das ist normalerweise kein Problem - ich starte, fliege fünf Minuten, lande wieder und stelle ändere die Einstellungen in einem Punkt, starte erneut - alles was ich brauche, ist ein ruhiger Tag. Was bei einem Raketengleiter, bei dem jeder Start mit längerer Vorbereitung, höherem Risiko und deutlich höheren Kosten als bei irgend einem anderen Modelltyp verbunden ist? Ich ändere alles auf Einmal und schaue, ob es gewirkt hat. Da stehe ich nun und freue mich, dass es funktioniert ...

Als grosses Problem stellte sich nach kurzer Zeit die Sichtbarkeit des Modells heraus. Auf einem F13 gestartet ist dies kein Problem, da die erreichbare Höhe bei nur etwa 150-200m liegt (Brenndauer ca. 5s). Anders mit dem G12: der brennt etwa 8s; damit erreicht das Modell Flughöhen von 250-300m und eine ebenso grosse Bodendistanz zum Startplatz. Bei dieser Modellgrösse ist es in dieser Entfernung und von hinten praktisch nicht mehr zu sehen. Abhilfe schaffen kann nur ein etwas anderes Startverfahren: steiler steigen, damit das Modell nicht so weit weg fliegt; und - bei etwas Routine - die Energie schon im Steigflug in Kunstflugfiguren umsetzen.

Damit kann nebenbei der Showeffekt gesteigert werden. Und darum geht es ja schliesslich, oder?


Links:

  • Bilder Dany vom ARGOS Club Launch August 2002

Andi Wirth / Sept. 2002

13 Jul2002

Ariane 4 - Launch 2002 - LDRS

Project "Ariane 4" A44LP at LDRS 21 - 2002

Die Ariane 4 ist am LDRS 21 - 2002, Amarillo, TX erfolgreich geflogen !

Nach einem problemlosen Transport durch die American Airline mit einer genauen Inspektion der beiden Transportkisten (der Röntgeapparat war zu klein, hihi) haben wir alle Teile in Amarillo überprüft und in gewohnter Manier in nächtelanger Arbeit zusammengebaut.

Am Samstag, den 13. Juli war es dann soweit und wir fuhren alle Teile auf den Startplatz. Hier fanden wir ein kleines Plätzchen unter einem schattenspendenen Zelt für die letzten Vorbereitungen. Kleinere Beschaffungsprobleme konnten dank der umliegenden Händler (vielen Dank an Performance Rocketry und Eric Gates (Gates Brothers Rocketry) rasch gelöst werden.

Nun ging's los zu den "Away Cells", den Startplätzen für die grossen Spezialprojekte. Gleich nebenan war Wedge Oldham mit seinem Nike Hercules Projekt beschäftigt.

Leider zeigte seine Startrampe genau auf unser Team, so dass wir aus Sicherheitsgründen die Ariane so schnell wie möglich in die Senkrechte bringen mussten. Dieser Umstand führte zu einer kurzfristigen Umstellung der Checkliste, die mit über 400 Punkten nicht gerade klein war !

Alle Umstehenden: Ky Michaelson (The RocketMan) und Gary Rosenfield (Aerotech) waren einhellig der Meinung: This Baby ist to beautiful to fly !

Auf diesem Bild sind die 4 Booster noch nicht eingehängt.

In der unten aufgeführten Gallerie sind die einzelnen Arbeitsschritte genau dokumentiert.

Fünf Minuten vor 17.00, als der Waiver schon fast geschlossen wurde, konnte noch schnell das Gruppenfoto gemacht, der Haupschalter eingeschalten und mit der Zündanlage von den Gates Brothers Rocketry auf den Auslöseknopf gedrückt werden.

Auf dem Bild hat gerade der M-Motor gezündet und die Rakete etwa 1m hochgehoben, die beiden K550-Motoren sind gerade im Begriff zu zünden, man sieht schon eine Flamme, noch ohne Schub. Die beiden J350-Motoren werden in einer 1/10 Sekunde später folgen.

Der Anblick und der Sound war sehr imposant !

Die Booster wurden erfolgreich nach 3.5 und 5 Sekunden abgeworfen, gerieten aber in einen Schleppwirbel und überschlugen sich mehrmals. Das Dual-Recovery funktionierte bei den vier Boostern tadellos und diese schwebten an insgesamt 8 Fallschirmen zu Boden.

Der vordere Teil (Nase, Palyoad und Intersection) wurde zuerst von einem Ballistik-Drogue stabilisiert und der Hauptfallschirm durch den Release-Mechanismus schliesslich freigegeben. Der Fallschirm wurde zwar leicht eingerissen, die Nase überlebte die Landung aber ohne grössere Schäden.

Weniger Glück hatte der Main-Booster. Aus noch nicht geklärten Gründen blieb der Drogue im Innern und deshalb konnte auch der Hauptschirm seine Aufgabe nicht erfüllen. Fazit: der Main-Booster stürzte aus 1200m ab.

Marc Klinger hat diese Sequenz des Startes geschossen ! Vom ganzen LDRS XXI gibt es eine grosse Web Gallery von den besten Photos von diesen 4 verrückten Tagen !

Check this out !

Nach ersten Untersuchungen und dem LDRS-Buffet wurden schon wieder erste Stimmen laut, die den Main-Booster neu aufbauen wollen, dies wird aber eine Weile dauern...

Das Team Ariane (Jürg, Mathias, Herbert, Chris und Dany) dankt für all die Unterstützung vor Ort und für die vielen helfenden Hände.


Gallery

  • Dany Flury (Flug auf Seite 17, viele LDRS Bilder)
  • Mike Wrobel (Vorbereitungen, bis kurz vor dem Start)
  • Mike Wrobel (wunderbar gezoomte Bilder vom Flug und dem Abwurf der Booster !)
  • On Board Kamera (Ein Blick von oben, siehe Erklärungen weiter unten !)
  • John Coker (Bilderserie vom Start bis Apogee)
  • Brian Wheeler (GIF - movie !)
  • Rick Clapp (schöne Startbilder)
  • David Urban (Quicktime Start Film 800 Kb, vergesst den Sound nicht !)
  • Ariane Launch Movie (MPG 2.7 MB !)
  • Ariane Booster Drop Off Movie in Slowmotion (MPG 2.4 MB !)

Falls ihr weitere Fotos habt oder Quellen für weitere Fotos kennt, bitte sendet diese an die This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it..


Erläuterungen zur On Board Bildersequenz:

Diese Bildersequenz wurden prozessorkontrolliert aufgenommen:

  • Die ersten 15 Bilder wurden mit 2 Bilder / Sekunde aufgenommen
  • Die nächsten 5 Bilder wurden mit 1 Bild / 2 Sekunde aufgenommen
  • Die nächsten 8 Bilder wurden mit 2 Bilder / Sekunde aufgenommen. Dies wurde durch einen Trennungsschalter ausgelöst, der die Trennung von Ober- und Unterteil erkannt hatte. Eine teilweise Trennung erkennt man auf dem Bild ArianeApogee+0_0sec.jpg, als die Bildfrequenz änderte. Die richtige Separation passierte auf dem Bild ArianeApogee+3_5sec.jpg wo die Finnen des Boosters verschwunden sind.
  • Die restlichen Bilder wurden mit 2 Bilder / Sekunde aufgenommen, ausgelöst durch den Main Chute Deployment Detector in der Payloadsection. Diese Sequenz wurde sofort ausgelöst, da dieses Deployment zu früh erfolgte.
  • Im Bild ArianeApogee+4_0sec.jpg sieht man die entsprechende Abdeckung der Fallschirmbay wegfallen, dadurch wurde die dazugehörige Reissleine ausgezogen.

 

 

01 Apr2002

Talon 3

Die Talon 3 ist ein Bausatz von Scott Glas, vertrieben durch HawkMountain Enterprises.

Die Technischen Daten:

  • Länge 69.5" = 178cm
  • Durchmesser 3.0"
  • Gewicht ca. 2.5 kg

Bausatz:

Auf dem Foto sind folgende Teile zu erkennen:

  • Quantum Tube Airframes / Payload
  • Filament Wound Fiberglass Coupler
  • Fiberglass Nosecone & Tailcone
  • 0.125" Beveled Fins
  • Kevlar Shock Cords
  • 38mm Motormount
  • Centerrings
  • AeroPack Motor Retainer 38mm

P4040026.JPG (39581 bytes)


Fiberglas:

Die Fiberglasteile (Nose- & Tailcone, Fins (schon auf Kontur geschliffen !)) sind sehr robust und ersparen mir diesesmal den Eigenbau.

Allerdings müssen die Spitze- und der Heckkonus zuerst gut verschliffen und danach mit 2K-Spachtel verputzt werden, haben sich doch etliche Mikroeinschlüsse eingeschlichen.

Die Finnen (sind im Bausatz schon auf Kontur geschliffen weorden) werden nur leicht angeschliffen und mit einer Grundierung und 2K-Autolack gespritzt.

P4040029.JPG (24275 bytes)

P4040031.JPG (57805 bytes)

Ausschäumen:

Um die Stabilität der Finnen in dem Quantum-Tube zu erhöhen, habe ich den Zwischenraum zwischen Motor- und Airframe-Tube mit 2K PU-Schaum gefüllt. Wauw wenn die schreiben "in 20 Sekunden" verarbeiten, dann meinen die das ernst !

Mehr Infos über den PU-Schaum auf der Materialien-Page.

P4140008.JPG (54716 bytes)


Bau:

Die kleinen Leisten helfen den Epoxy-Harz an seinen Platz zu halten, der durch die Finnen-Slots eingefüllt wird.

P4140002.JPG (33053 bytes)

Die Finnen werden alle mit Epoxy-Harz verleimt.

Der Heckkonus ist mit dem weit herausragenden PML 38er Motorrohr und dem AeroPac Motorretainer verbunden.

P4160004.JPG (45108 bytes)


Epoxy-Fillets:

Alle Finnen werden mit Epoxy-Fillets aerodynamisch an das Motorrohr angepasst.

Weitere Bilder auf der extra Finish-Page.

P4110051.JPG (32728 bytes)


Finish:

Der kleine Spalt zwischen Heckkonus und Hauptrohr, sowie die Übergänge der Finnenenden und dem Hauptrohr wurden mit 2K Spachtel gefüllt.

P4180050.JPG (56165 bytes)

Die graue Farbe ist ein 2K Filler aus der Automobilbranche. Dieser Filler ebnet die kleinen Schleifspuren perfekt aus. Danach wird die Grundierung mit 240er Schleifpapier nochmals überarbeitet. P4180046.JPG (54904 bytes)
Mit einem Primer wird jetzt nochmals die Oberfläche vorbehandelt. Nach nur einer Viertelstunde Wartezeit erfolgt die Nass-in-Nass Endlackierung.

Jürg musst auch gerade seine Quantum-Leap lackieren, im Hintergrund weitere Raketen des Ariane Teams.

Weitere Bilder auf der extra Finish-Page.

P4250002.JPG (60682 bytes)
Auch die Spitze muss gut aushärten ! P4250009.JPG (42436 bytes) P4250018.JPG (44019 bytes)
Fehlt nur noch der Schriftzug !

P4251010.JPG (26196 bytes) P4251007.JPG (27306 bytes)
Der Schriftzug wurde von SpaceTec mit einem Schneidplotter hergestellt. SpaceTec bietet ab sofort diesen Service an !

Zum Schluss wurden noch die Flügelenden rotlackiert und alles klarlackiert.

P5220006.JPG (44394 bytes) P5220012.JPG (61874 bytes)

Recovery:

Das Recovery wird mit dem RDAS Altimeter von AED mit einem Drogue- (Rockeman R4) und Main-Fallschirm (Rocketman R7) mit einem Dual Deployment realisiert. Ein kleiner Pilotfallschirm zieht den Deploymentbag vom Main-fallschirm. Die Motor-Ejection dient als Backup für den Drogue-Fallschirm.

Die Deckel wurden aus zwei Flugzeugsperrholz- Platten geschnitten und verklebt.

Das Elektronik-Compartment wird an der oberen Payload-Sektion verschraubt und die beiden Ejectioncharges schiessen nach unten den Drogue- und nach oben den Main-Fallschirm und die Spitze. Damit dieser nicht zu früh aus der Payload "geschüttelt" wird, kommen Shear-Pins (siehe extra Recovery-Page) zum Einsatz.

P4281009.JPG (57963 bytes)


Flugbilder:

Unsere italienischen Kollegen mit This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. (SierraFox Hobbies) als Organisator haben wieder ein phantastisches Rocket-Festival, das MIR 2002 in der Nähe von Bologna durchgeführt.

Viele Bilder in der MIR 2002 Gallery

Ahhhh... bella Italia !

P4281054.JPG (73577 bytes)

Die Talon 3 hat erstklassige Erstflüge abgeliefert ! Der kerzengerade Jungfernflug hat die Talon 3 auf einem I 161 absolviert.

Die maximale Höhe war 450m. Der Pilot-Schirm verstrickte sich leider mit den übrigen Leinen, so dass der Main-Fallschirm nicht aus dem Deploymentbag herausgezogen wurde. Egal, der Drogue war aber gross und die Konstruktion stabil genug um das heil zu überstehen.

Dann wurde ich etwas mutiger und schickte die Rakete auf einem I 211 W in den Himmel. Jetzt klappte alles wunderbar mit dem 2-Stage-Recovery. Der Höhenmesser RDAS hat den Drogue-Fallschirm genau am Scheitelpunkt ausgeworfen. Die erreichte Höhe war jetzt 720m !

 

P4281061.JPG (7660 bytes)


Auswertung (Höhenmesser RDAS):

Die schwarze Kurve ist die Beschleunigung, die blaue die Höhe. Zuerst sieht man die Beschleunigung des Motors (max. ca. 8G), danach die Bremsung von ca. -0.2G durch den Luftwiderstand.

Die zweite rote Linie markiert dann den höchsten Punkt in der Flugbahn, hier wird der Drogue-Fallschirm ausgestossen. Danach pendelt (Fallschirm) die Beschleunigung um -1G. Bei ca. 13sec. sieht man noch ganz schwach den Motorausstoss. Dieser war als Backup und Redundanz gedacht.

Bei 25sek. erfolgte der Ausstoss des Main. Dieser hat sich bei diesem Flug nicht entfaltet, deshalb ist die Abnahme der Höhe immer noch gleichförmig. Der RDAS hatte eigentlich auf eine Höhe von 200m gewartet, der Timer (25s) war aber zuerst. Diese redundante Timer-Einstellung werd ich nicht mehr machen.

Sehr schön ist auch der Aufprall nach 57 Sek. auf dem Boden zu sehen, wobei der Peak bei 6G lag ! Die Einstellungen des RDAS waren:

  • Smart Recovery, Beschleunigungs- und Höhenmesser 200m
  • Timer für Drogue (12s) und Main (25s)

Talon3_20020428_I161.gif (16578 bytes)


Links:

  • http://www.hawkmountain.ws

  • http://www.publicmissiles.com

  • http://www.aeropack.net/motor_retainers.html

  • http://www.aedelectronics.nl/rdas/index.htm

Dany Flury / April 2002

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